Univ.-Prof. i.R. Dr. Erich Möstl verstorben

In ehrendem Gedenken nehmen wir Abschied von Univ.-Prof. i.R. Dr. Erich Möstl.

In dankbarer Erinnerung nehmen wir Abschied von Univ.-Prof. i.R. Dr. Erich Möstl, einem herausragenden Veterinärmediziner, Forscher und Universitätsprofessor.

Erich Möstl wurde am 25.09.1950 in Altheim/Oberösterreich geboren. Seine akademische Laufbahn begann an der damaligen Tierärztlichen Hochschule Wien (heute Veterinärmedizinische Universität Wien), wo er am 15.06.1977 das Diplom erwarb und am 23.06.1978 zum Doktor der Veterinärmedizin promoviert wurde.

Erich Möstl entstammte einer Familie, in der die Tiermedizin über Generationen hinweg gelebt wurde: Bereits sein Großvater, sein Vater und sein Onkel waren Tierärzte. Auch gemeinsam mit seiner späteren Ehefrau, Prof. Dr. Karin Möstl, widmete er sich diesem Beruf mit großer Überzeugung. Beide studierten gemeinsam mit dem ursprünglichen Ziel, als freiberufliche Tierärzte tätig zu werden.
Schon während des Studiums zeigte sich jedoch seine ausgeprägte wissenschaftliche Neugier. Als wissenschaftliche Hilfskraft sammelte er erste Forschungserfahrungen, denen bald die Dissertation und Tätigkeiten als Vertragsassistent folgten. Seine Leidenschaft verlagerte sich zunehmend in Richtung Forschung – eine Entwicklung, die seinen weiteren Lebensweg entscheidend prägte.
Wichtige Impulse für seine wissenschaftliche Laufbahn erhielt er durch Aufenthalte in der Schweiz, in Großbritannien und in Deutschland. Schließlich entschloss er sich zur Habilitation und damit endgültig für die akademische Karriere – ein Schritt, den auch seine Ehefrau vollzog. Seit 1988 wirkte er als außerordentlicher Professor für Biochemie. Darüber hinaus übernahm er bedeutende Leitungsfunktionen: 1997 wurde er zum Vizerektor der Universität für Veterinärmedizin gewählt und 2001 in diesem Amt bestätigt.
Über Jahrzehnte hinweg prägte Erich Möstl die veterinärmedizinische Wissenschaft maßgeblich. Sein Wirken war getragen von wissenschaftlicher Neugier, höchster fachlicher Kompetenz und einem unermüdlichen Engagement für Forschung und Lehre. Insbesondere auf dem Gebiet der physiologischen und endokrinologischen Forschung setzte er bedeutende Impulse, die weit über die Grenzen Österreichs hinaus Anerkennung fanden.
Von 1994 bis 1995 war er Präsident der Österreichischen Gesellschaft der Tierärzte (ÖGT). In seine Präsidentschaft fällt auch die Gründung der Sektion für Tierschutz – ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen lag und das innerhalb einer wissenschaftlichen Organisation keineswegs selbstverständlich ist. Bereits 1984 wurde ihm der Förderpreis der Tierärztekammer verliehen – eine frühe Würdigung seines wissenschaftlichen Potenzials und seiner Leistungen.
Sein Verständnis von Erfolg war von bemerkenswerter Klarheit und Bescheidenheit geprägt. Für ihn bedeutete Erfolg vor allem Zufriedenheit – die Möglichkeit, eigene Vorstellungen und Werte zu verwirklichen. Maßgeblich für seinen Lebensweg waren dabei nicht nur fachliche Leistungen, sondern auch das Vertrauen seiner Mitarbeiter*innen, das unterstützende Umfeld sowie die enge Partnerschaft mit seiner Ehefrau.
Als Universitätsprofessor verstand er es, Generationen von Studierenden nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch Begeisterung für die Wissenschaft zu wecken. Viele seiner Studierenden tragen heute sein Vermächtnis weiter – in der Forschung, in der Praxis und in der Lehre. Neben seinen wissenschaftlichen Verdiensten wird er auch als Mensch in Erinnerung bleiben: als kollegialer Wegbegleiter, als Förderer junger Talente und als Persönlichkeit von Integrität, Bescheidenheit und Herzlichkeit.
Sein Lebenswerk wird fortbestehen – in seinen Publikationen, in den von ihm geprägten Institutionen und vor allem in den Menschen, die er inspiriert hat.
Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, insbesondere seiner Ehefrau, Prof. Dr. Karin Möstl.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Kurt Frühwirth
Präsident der Österreichischen Tierärztekammer
 

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