Wien (OTS) - „Impfungen sind ein unverzichtbares Instrument, um Tiergesundheit nachhaltig zu sichern und Infektionskrankheiten wirksam vorzubeugen. Sie schützen nicht nur Tiere, sondern leisten auch einen entscheidenden Beitrag zur öffentlichen Gesundheit und zur Stabilität unserer landwirtschaftlichen Systeme“, erklärt ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth.
Impfungen tragen darüber hinaus wesentlich zur Reduktion des Arzneimitteleinsatzes bei und fördern eine nachhaltige, verantwortungsvolle Tierhaltung. Sie sind damit ein zentraler Baustein moderner veterinärmedizinischer Präventionskonzepte.
Neubewertung bestehender Maßnahmen in der Tierseuchenbekämpfung
Im Kontext der Bekämpfung hochansteckender Tierseuchen, insbesondere der Maul- und Klauenseuche (MKS), weist die Tierärztekammer auf die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Evaluierung bestehender Strategien hin. Die derzeit angewandte Praxis des sogenannten „Culling“, also der Tötung ganzer Tierbestände – auch dann, wenn diese notgeimpft und gesund sind – ist aus epidemiologischer Sicht wirksam, steht jedoch zunehmend im Fokus ethischer und gesellschaftlicher Diskussionen.
„Wir müssen uns die Frage stellen, ob bestehende Maßnahmen noch zeitgemäß sind. Der Ansatz ‘Vaccination is better than cull’ gewinnt zunehmend an Bedeutung und sollte auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse differenziert geprüft werden“, so Frühwirth.
Vor diesem Hintergrund erscheint es geboten, alternative Ansätze verstärkt in die fachliche und politische Bewertung einzubeziehen. Die Tierärztekammer spricht sich nachdrücklich für eine Weiterentwicklung präventiver Maßnahmen aus und appelliert an Entscheidungsträger*innen in Politik, Wissenschaft und Praxis, ethisch vertretbare Strategien stärker zu berücksichtigen.
Nachhaltige Prävention als Leitprinzip
„Impfungen bleiben ein tragender Pfeiler moderner Präventionskonzepte,“ betont Frühwirth und fordert auf bestehende Paradigmen in der Tierseuchenbekämpfung kritisch zu hinterfragen und im Lichte aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse sowie gesellschaftlicher Erwartungen weiterzuentwickeln.
„Nachhaltige Prävention ist der Schlüssel zu einer verantwortungsvollen und zukunftsorientierten Tiergesundheitspolitik. Unser Ziel muss es sein, Gesundheit zu erhalten, statt nur Krankheit zu bekämpfen“, sagt Frühwirth abschließend.
Die Tierärztekammer bezieht in diesem Zusammenhang klare Position: Eine konsequente Stärkung präventiver Maßnahmen ist essenziell für den Schutz von Tier und Mensch sowie für die langfristige Sicherung einer nachhaltigen Landwirtschaft.
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Mag. Silvia Stefan-Gromen, Österreichische Tierärztekammer,
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