Medienecho zur ÖTK-Zukunftsprognose 2026

Studie zeigt dringenden Handlungsbedarf bei der tierärztlichen Versorgung.

Die von der Österreichischen Tierärztekammer (ÖTK) beauftragte Zukunftsprognose zur Entwicklung der tierärztlichen Versorgung in Österreich stößt insbesondere beim ORF auf großes Interesse. Darüber hinaus wurde das Thema von Online-Medien und Fachmedien aufgegriffen. Die Ergebnisse der  Zukunftsprognose verdeutlichen insbesondere im Nutztierbereich einen erheblichen Handlungsbedarf, um die flächendeckende tierärztliche Versorgung langfristig sicherzustellen.

Ein zentraler Befund der Studie betrifft die Altersstruktur der derzeit tätigen Tierärzt*innen: Ende 2025 befinden sich bereits 362 versorgungsrelevante Tierärztinnen und Tierärzte über dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter – bei Männern ab 65 Jahren, bei Frauen entsprechend der schrittweisen Anhebung des Pensionsalters von 60 auf 65 Jahre. Dennoch sind diese Personen weiterhin beruflich aktiv und leisten gemeinsam rund 219 Vollzeitäquivalente (VZÄ). Das entspricht etwa sieben Prozent des gesamten tierärztlichen Arbeitsvolumens in Österreich. Die Gruppe setzt sich aus 186 Männern und 176 Frauen zusammen.

In den kommenden Jahren ist mit einem sukzessiven Ausscheiden dieser erfahrenen Tierärzt*innen zu rechnen. Bereits 2029 erreichen 93 Personen gleichzeitig das Pensionsantrittsalter und markieren damit einen ersten Höhepunkt. Weitere Spitzen werden infolge der schrittweisen Anpassung des Frauen-Pensionsalters für die Jahre 2034 (94 Personen) und 2035 (97 Personen) prognostiziert. Insgesamt geht die Studie in den nächsten 14 Jahren von durchschnittlich rund 84 Pensionierungen pro Jahr aus. Besonders herausfordernd gestaltet sich die Situation im Nutztierbereich. Die zukünftige Versorgungslage hängt maßgeblich davon ab, wie sich das tatsächliche Pensionsverhalten der Tierärzt*innen entwickeln wird. Je nachdem, wie rasch die Pensionsberechtigten aus dem Erwerbsleben ausscheiden, ergibt sich bis zum Jahr 2034 eine Bilanz zwischen plus 43 und minus 65 Vollzeitäquivalenten. Im ungünstigsten Szenario würde somit ein Defizit von rund 65 Vollzeitäquivalenten entstehen. Dies entspricht etwa 70 bis 100 Tierärzt*innen, die für eine ausreichende Versorgung im Nutztierbereich fehlen würden. Die Ergebnisse der Zukunftsprognose unterstreichen die Notwendigkeit, frühzeitig Maßnahmen zur Sicherung des tierärztlichen Nachwuchses und zur langfristigen Aufrechterhaltung der tierärztlichen Versorgung in Österreich zu setzen.


Hier geht's zur Medienberichterstattung über die ÖTK-Zukunftsprognose 2026:

Mangel an Nutztierärzten verschärft sich - Aktuell nach fünf vom 09.06.2026 - ORF ON
Mangel an Nutztierärzten verschärft sich”, Salzburg ORF.at, 9.6.2026
Immer weniger Großtierärzte in ländlichen Regionen, Niederösterreich ORF.at, 25.5.2026
„Es braucht einen klaren Kurs für die Zukunft“, Landwirt, S. 20-23, 12-2026

 

Rückfragen & Kontakt:
Mag. Silvia Stefan-Gromen, Österreichische Tierärztekammer,
Abteilungsleiterin Medien & Kommunikation, Tel. 01/ 512 17 66 DW 41
E-Mail: silvia.gromen@tieraerztekammer.at
 

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