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Presseaussendung vom 29. April 2019

Tierärztekammer: Nur Medikamente aus der tierärztlichen Hausapotheke sind sicher!

 „Wer billig kauft, kauft teuer und riskiert die Gesundheit seines Haustieres.“
Wien – „Jährlich erkranken unzählige Haustiere wegen falsch verabreichter bzw. in öffentlichen Apotheken falsch gekaufter Medikamente – umso schlimmer die Situation, wenn letztere auch noch aus dem Internet stammen“, warnt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer.
„Wer billig kauft, kauft teuer und riskiert die Gesundheit seines Haustieres. Wie auch beim Menschen, sind Medikamente für Tiere ebenso rezeptpflichtig. Die Selbstmedikation beim Tier birgt einige Gefahren. Bei falscher Anwendung können sie für den Vierbeiner lebensgefährlich und daher auch ganz schön teuer werden. Man muss bedenken, dass die Empfindlichkeit und Wirksamkeit der jeweiligen Präparate von Tierart zu Tierart sehr unterschiedlich sein kann: Was bei einem Hund hochwirksam ist, kann bei einer Katze bereits krankmachend oder sogar tödlich sein“, so Frühwirth und meint weiter: „die Verabreichung nach dem Motto ,Hilft’s nichts, schadet’ s nichts!‘ kann unter Umständen fatal ausgehen.“ Ein weiterer Irrglaube sei auch, dass Humanpräparate eine kostensparende Alternative seien – im Gegenteil, so Frühwirth, „auch diese sind oft unwirksam bzw. sogar gefährlich“.

Unsere TierärztInnen haben Kompetenz
„Die richtigen Medikamente sowie die entsprechende Dosierung können nur VeterinärInnen aufgrund ihres Wissens sowie ihrer Erfahrung festlegen und mithilfe ihrer tierärztlichen Hausapotheke verabreichen. Auch im Hinblick auf Neben- oder Wechselwirkungen, obliegt es TierärztInnen über die Anwendung zu bestimmen. Die vorhergehende Untersuchung und Diagnosestellung ist ein Muss – erst danach, dürfen Medikamenten abgegeben oder verschrieben werden,“ konstatiert Frühwirth. Dies beziehe sich nicht nur auf verschreibungspflichtige Medikamente, sondern auch auf jene die in der Apotheke frei zu erwerben sind.

„Häufig kommen Katzenbesitzer in meine Ordination und sagen, sie hätten ihren Liebling bereits öfter entwurmt, wobei die Mittel aus der Apotheke nichts bewirkt hätten. Nach näherer Untersuchung stellt sich dann heraus, dass die Katze Bandwürmer hatte und die freiverkäufliche Wurmpaste, aber nur gegen Rundwürmer wirkte. Oder, dass man das tränende Auge in Eigenregie mit Augentropfen gegen Bindehautentzündung behandelt hatte und sich in Wahrheit ein Fremdkörper im Auge befand. Die Schlussfolgerung daraus: „Um gefährliche Situationen vorzubeugen, muss gelten: Nur der Tierarzt, die Tierärztin ist der Apotheker, die Apothekerin für Ihr Tier!“, so Frühwirth.

Start der Bewusstseinskampagne
Um über Gefährdungspotenziale aufzuklären, startet die Österreichische Tierärztekammer mit Jahresbeginn 2019 eine Bewusstseinskampagne zum Thema: „Nur Medikamente aus der tierärztlichen Hausapotheke sind sicher!“. Ziel dabei ist es, die breite Öffentlichkeit über Medikamentensicherheit bzw. über die Gefahren von Falschmedikation aufzuklären. Im Mittelpunkt der Kommunikationsmaßnahmen stehen der Tierarzt, die Tierärztin, die beide mit kompetenter Beratung und individuelle Betreuung der TierpatientInnen für Vertrauen und Sicherheit sorgen.


Rückfragehinweis für Medien:
Mag. Silvia Stefan-Gromen
Österreichische Tierärztekammer
Abt. Medien und Kommunikation
Tel. 01/ 512 17 66 DW 41
Email: silvia.gromen-REMOVE-NOSPAM@tieraerztekammer.at