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Presseaussendung vom 28. September 2018

Tierärztekammer: „Österreich ist seit 10 Jahren tollwutfrei“

Anlässlich des Welt-Tollwuttag am 28. September 2018 warnen TierärztInnen dennoch vor der lebensgefährlichen Infektionskrankheit

„Vor genau 10 Jahren wurde Österreich von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und von der Internationalen Tierseuchenorganisation (OIE) zum tollwutfreien Gebiet erklärt“, freut sich Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer und meint weiter: „auch in unseren Nachbarländern ist es durch intensive Bekämpfungsmaßnahmen gelungen, die Tollwut weiter stark zurückzudrängen.“

Laut Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) sei im Frühjahr 2017 die terrestrische Tollwut lediglich im Osten von Ungarn (Grenzgebiet zur Ukraine) bei einem Fuchs und zwei Ziegen nachgewiesen worden. „Dennoch dürfen wir die bisherigen Anstrengungen hinsichtlich der Tollwutvorbeugung nicht lockern. Hier kommt der Tollwutimpfung große Bedeutung zu – die Impfmoral muss weiterhin hoch bleiben, nur so können wir Infektionen mit dieser Tierseuche verhindern“, so Frühwirth.

Für Menschen lebensgefährlich

Die Tollwut ist eine virale Infektionskrankheit, die meist über Bisse von infizierten Tieren übertragen wird. Weltweit werden über 95% der Tollwutfälle beim Menschen durch den Biss eines tollwutinfizierten Hundes ausgelöst. Viren greifen das zentrale Nervensystem an und lösen eine Gehirnentzündung aus. Für den Menschen ist Tollwut eine lebensgefährliche Erkrankung und endet nach Ausbruch der Erkrankung tödlich. „Eine kausale Behandlung steht nicht zur Verfügung, einzig eine Impfung rechtzeitig vor oder unmittelbar nach Kontakt oder Biss durch ein tollwutinfiziertes Tier kann die Ansteckung bzw. einen Krankheitsausbruch verhindern,“ erklärt Frühwirth.

Die Gefahren lauern im Ausland
Ausdrückliche Vorsicht ist bei Reisen ins Ausland bzw. bei Verbringung von Hunden aus Ländern mit Tollwut geboten – entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen sind unumgänglich und schützen vor Ansteckung. „Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass die Notwendigkeit dieser Maßnahmen nach wie vor, gegeben ist. Der illegale Welpenhandel erhöht das Risiko, vor allem, wenn ein tollwutinfiziertes nicht geimpftes Tier ins Land gebracht wird. Bei Kauf dieser Tiere kann falsch verstandene
Tierliebe zur lebensbedrohlichen Falle werden. Eine hohe Durchimpfungsrate unserer Hunde besitzt deshalb größte Bedeutung und sollte nicht vernachlässigt werden. Impfungen schützen Mensch und Tier, daher rate ich Hundebesitzern noch heute den Impfstatus ihres Hundes zu kontrollieren oder ihren Tierarzt des Vertrauens zu fragen,“ macht Mag. Frühwirth deutlich.

Weltweite Aufklärung
Der Welt-Tollwuttag ist eine internationale Kampagne der vereinten Nationen (UN), die jährlich am 28. September durchgeführt wird. Der 28. September ist übrigens, der Geburtstag von Louis Pasteur, der in Zusammenarbeit mit seinen Kollegen den ersten wirksamen Tollwut Impfstoff entwickelt hat. Die Planung des Welt-Tollwuttages wird von der gemeinnützigen Organisation „Global Alliance for Rabies Control“ koordiniert. Das Ziel der weltweiten Kampagne ist auf die Gefahren, die von Tollwut ausgehen, aufmerksam zu machen und gleichzeitig vorzubeugen.

Weitere Infos unter:
rabiesalliance.org
www.tieraerztekammer.at


Rückfragehinweis für Medien:
Mag. Silvia Stefan-Gromen, Österreichische Tierärztekammer,
Abteilungsleiterin Medien & Kommunikation, Tel. 01/ 512 17 66 DW 41
Email: silvia.gromen@tieraerztekammer.at