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Presseaussendung vom 22. September 2018

Hundewissen schütz vor Bissen

„Die tragischen Fälle mit lebensgefährlichen Bissverletzungen durch Hunde häufen sich aktuell wieder und sie zeigen leider auf, dass die bisherigen Maßnahmen solche Fälle nicht verhindern konnten“, betont Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer und selbst praktizierender Tierarzt. „Hier können wir nicht tatenlos zusehen und bieten deshalb ab Herbst 2018 Kurse zur Sachkunde in der Hundehaltung an,“ so Frühwirth.

Ganz nach dem Vorbild der Bayerischen Tierärztekammer, die unter dem Motto „Hundewissen schützt vor Bissen“ seit mehreren Jahren solche Kurse erfolgreich anbietet wird auch die Österreichische Tierärztekammer dieses Konzept entsprechend adaptiert, übernehmen. Bei genannter Überarbeitung, sei laut Frühwirth auch die Fachstelle für tiergerechte Tierhaltung und Tierschutz an der Veterinärmedizinischen Universität als Zertifizierungsstelle eingebunden.

„Das bewährte Prinzip der Freiwilligkeit für die Hundehalter wollen wir beibehalten, wobei die Kursleitung ausschließlich speziell ausgebildeten Tierärztinnen und Tierärzten im Rahmen des zertifizierten Curriculums vorbehalten ist. Verhaltensprobleme können auch medizinische Ursachen haben, daher sind der Tierarzt oder die Tierärztin jeweils die kompetenten Ansprechpartner in Sachen richtiger Hundehaltung“, erklärt Frühwirth.

„Uns ist es auch wichtig, dass sich künftige Hundehalter bereits vor Anschaffung eines Hundes die entsprechende Sachkunde erwerben. Dazu gehören auch die Auswahl einer, für die Lebenssituation passenden Hunderasse und die konsequente Vermeidung von Qualzuchten“, betont Frühwirth den prophylaktischen Ansatz der Initiative.

 

Mehr Qualität in der Hundehaltung

Mangelndes Wissen über die Bedürfnisse und die Verhaltensmuster von Hunden führen oft zu Fehleinschätzungen in Alltagssituationen mit hohem Unfallrisiko. „Der Großteil der Bissverletzungen passieren im häuslichen Umfeld und mit den eignen Hunden“, erklärt Dr. Erik Schmid, Fachtierarzt für Tierhaltung und Tierschutz und Mitinitiator des Sachkundenachweises.

„Wir haben in Österreich dank Föderalismus einen Fleckerlteppich unterschiedlichster Regelungen. Von einer ,Kampfhunde‘-Liste in Vorarlberg bis zum Hundeführschein in Wien. Die gesetzlichen Anforderungen an die Sachkunde des Hundehalters schwanken von 0 bis 10 Ausbildungsstunden und von freiwillig bis verpflichtend. Die Kriterien und Regelungen der Bundesländer sind dabei so unterschiedlich, dass sie kaum verglichen werden können,“ so Schmid und meint weiter, „wir freuen uns nun über die Kooperation mit der Österreichischen Tierärztekammer, die das Projekt maßgeblich vorantreiben wird.“

Präsident Frühwirth abschließend dazu: „Das Engagement der Tierärztinnen und Tierärzte für Verbesserungen in der Tierhaltung beinhaltet auch die Vermittlung von Sachkunde auf dem letzten Stand der Wissenschaft.“

Rückfragehinweis für Medien:

Mag. Silvia Stefan-Gromen, Österreichische Tierärztekammer,

Abteilungsleiterin Medien & Kommunikation, Tel. 01/ 512 17 66 DW 41

Email: silvia.gromen-REMOVE-NOSPAM@tieraerztekammer.at