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em. Univ.-Prof. Dr. Gertrud Keck verstorben

Nachruf auf eine außerordentliche Persönlichkeit

Unerwartet hat uns die traurige Nachricht vom überraschenden Ableben von Frau Prof. Dr. Keck erreicht.

„Auf dass diese nicht vergessen werden…“

Als erste weibliche Professorin an der Tierärztlichen Hochschule, 1962 wurde sie zur ersten außerordentlichen weiblichen Professorin an der THO im Fach Medizinische Physik ernannt, später am 30.6.1969 zur ersten ordentliche Professorin oder danach als sie höchst erfolgreich das Institut für „Medizinischen Physik“, 35 Jahre (1960 – 1995) lang leitete. Sie war aus der österreichischen Physikszene einfach nicht wegzudenken, ein Leben im Dienst der medizinischen Physik, wie ihre Wegbegleiter Ihr Wirken auch beschreiben.

Sie gehört damit zweifelsohne zu den ganz Großen der „Wiener Schule“ und prägte mit ihren praxisbezogenen Arbeiten die Zusammenarbeit mit der österreichischen Tierärzteschaft, nicht nur zu Zeiten der Katastrophe von Tschernobyl, als Sie die Tierärzteschaft maßgeblich unterstützte, indem sie Tierärzte im Umgang mit den aus Tieren stammenden strahlenbelastenden Lebensmittel schulte und sie begleitete, wofür ihr auch die höchste Auszeichnung, das Ehrenzeichen der Österreichischen Tierärztekammer (damals noch Bundeskammer), verliehen wurde. Für sie war es Beweis und Anerkennung, dass ihre Physik der Veterinärmedizin von Nutzen war, dass die Lehre dem Tierarzt vermittelt, was er für seinen Beruf braucht, aber mehr noch das naturwissenschaftliche Denken fördert.

Nicht unerwähnt bleiben darf, der damals in Erinnerung gebliebene „Klimakoffer“, eine seinerzeit innovative Entwicklung und ein Beitrag zur Stallklimamessung, welche auch heute mehr denn je große Bedeutung besitzt.

Nach Ihrer Emeritierung fand sie Freude an der bildenden Kunst, am aktiven Malen. Als „Vetart“ Künstlerin gelang es ihr zuletzt auch noch dem tierärztlichen Kunstverein zum Durchbruch zu verhelfen.

In Anerkennung und Würdigung Ihrer Verdienste werden wir Ihr ein ewiges Andenken bewahren.