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BPT Kongress in München: Berufspolitischer Diskurs der D-A-CH-Region

„Voneinander lernen“ hieß es beim diesjährigen bpt-Kongress, der vom 19. bis 21. Oktober 2017 im Internationalen Congress Center München stattfand.

Das Gastland Schweiz bot mittels zahlreicher Referenten den Kongressteilnehmern Einblicke in ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und berufspolitischen Agenden. Die Österreichische Tierärztekammer war durch die Teilnahme von Präsident Mag. Kurt Frühwirth beim Round-Table-Gespräch zum Thema „Auswirkungen des Strukturwandels auf Tierarztpraxen“ hochrangig vertreten.

Die fachlichen Themen reichten von der Neurologie beim Pferd über Tierwohlaspekte in der Rinderhaltung, neue virale Herausforderungen in der Geflügelpraxis bis hin zu der interessanten Frage, welche Strategien der Lebensmitteleinzelhandel verfolgt und was das für die Arbeit des Nutztierpraktikers bedeutet. Im Mittelpunkt des Kleintierprogramms standen Infektionskrankheiten von Hund und Katze, der beliebte Themenkreis „Wie behandle ich?“ und die bewährte „Next Level“-Veranstaltung für Spezialisten mit den Themen Kardiologie und Intensivmedizin. Besondere Highlights waren die beiden neuen Veranstaltungen zur Betreuung von Zootieren und Bienen.

Zwtl.: Paradigmenwechsel kaum aufzuhalten
Die gesellschaftlichen und berufspolitischen Veränderungen stießen unter den BesucherInnen ebenso auf großes Interesse. Themen wie Studium, Existenzgründung, Arbeitszeit und Vergütung angestellter Tierärzte sowie die Wettbewerbspositionierung der eigenen Tierarztpraxis standen ebenso auf dem Programm wie der gesellschaftliche Strukturwandel. Gleich ob Deutschland, Österreich oder Schweiz – in allen drei Ländern konstatierten VertreterInnen der Verbände annähernd gleiche Herausforderungen:

1.    Die Verweiblichung des Berufsstandes, die mehr angestellte als selbstständige Tierärzt/innen hervorbringt.
2.    Den Paradigmenwechsel „von der Berufung zum Beruf“ mit einem starken Wunsch nach geregelten Arbeitszeiten und einer Work-Life-Balance.
3.    Die immer höher werdenden gesetzlichen Anforderungen und Regularien an Selbstständige.
4.    Und die Bestrebungen seitens der EU nach Deregulierung der freien Berufe.

Präsident Mag. Kurt Frühwirth sprach sich während eines Round-Table-Gespräches mit - Gabriele Moog, Referentin der bpt-Geschäftsführung, Dr. Petra Sindern, der ersten Vizepräsidentin des bpt und Peter Glauser, Geschäftsführer der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST) – einmal mehr für die gesetzliche Verankerung des Berufsstandes aus: „Der Tierarzt bzw. die Tierärztin, das sind keine Dienstleister, sondern sie tragen als Verantwortliche maßgeblich zur menschlichen Gesundheit bei, sie sind daher Vertreter eines Gesundheitsberufes, diesem Umstand muss auch das Gesetz gerecht werden.“

Auf berufspolitischer Ebene müsse man näher zusammenrücken, so Mag. Frühwirth, denn: „wir müssen auch international mit einer Stimme sprechen und politische Positionen gemeinsam vertreten, nur so können wir etwaigen Deregulierungsmaßnahmen entgegentreten.“

Der jährlich stattfindende Kongress zählt zu den renommiertesten Fortbildungsveranstaltungen für praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte im deutschsprachigen Raum. Der bpt-Kongress findet nächstes Jahr von 15. bis 17. November in Hannover statt. 2019 wird Österreich die Rolle als Gastland übernehmen. Die Österreichische Tierärztekammer freut sich bereits jetzt auf den regen Austausch!

Autorin: Mag. Silvia Stefan-Gromen

Tagungsvideo

Fotogalerie (C "Jan Rathke/bpt")